Heider Younas
Heider Younas sagt über sich: „Stuttgart ist meine Heimatstadt.“ Er empfindet die Stadt als weltoffen und vielfältig – mit vielen Chancen, sowohl im Berufsleben als auch im zivilgesellschaftlichen und interkulturellen Bereich. Besonders die Moscheelandschaft ist seiner Beobachtung nach sehr vielfältig und viele Muslim:innen engagieren sich aktiv in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Dennoch werde dieses Engagement in der Öffentlichkeit oft nicht ausreichend wahrgenommen.
Heider ist Ingenieur und arbeitet bei Siemens im Bereich Automatisierungstechnik. Im Berufsalltag erlebt er überwiegend positive Erfahrungen und schätzt besonders das offene, wertschätzende und vielfältige Klima. Seine Kolleg:innen begegneten ihm mit Interesse an seiner Religion – eine Haltung, die er sehr zu schätzen weiß. Diese gelebte Toleranz präge auch sein eigenes Handeln: Wenn der Fastenmonat Ramadan endet, bringt er regelmäßig süßes Gebäck mit zur Arbeit, um seine Kolleg:innen am freudigen Abschluss des Fastens teilhaben zu lassen.
Neben dem Beruf engagiert sich Heider auf vielfältige Weise ehrenamtlich. Er gehört zu den Mitgründern des Muslimennetzwerks und bringt sich dort seit Jahren aktiv ein. Zudem war er Mitglied im Internationalen Ausschuss der Stadt Stuttgart und engagiert sich heute politisch in der CDU. Gerade dieses politische Engagement ist ihm ein persönliches Anliegen: Er möchte die Gesellschaft aktiv mitgestalten und ruft insbesondere junge Muslim:innen dazu auf, sich politisch einzubringen – auch, um in der politischen Landschaft sichtbarer zu werden.
„Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit Vielfalt umgeht“, betont Heider. Aus seiner Sicht ist Stuttgart in dieser Hinsicht deutlich weiter als viele andere Städte. Gleichzeitig sieht er gerade Muslim:innen in der Verantwortung, sich noch stärker zu beteiligen: „Stuttgart bietet alle Voraussetzungen dafür, sich einzubringen – wir müssen diese Chancen nur wahrnehmen.“ Besonders in der Integrationspolitik sieht er große Fortschritte: Die Stadt unterstützt das Muslimennetzwerk aktiv und fördert auch andere muslimische Vereine, wodurch viele Türen geöffnet wurden.
Trotz seiner grundsätzlich positiven Sicht auf Stuttgart und seinen überwiegend guten Erfahrungen, bleibt Heider realistisch und selbstkritisch: „Jetzt sind wir gefordert, unseren Beitrag sichtbar zu leisten.“ Er wünscht sich, dass Muslim:innen sich nicht immer wieder aufs Neue beweisen müssen, um dazuzugehören. Häufig, so beobachtet er, würden Muslim:innen noch nicht als selbstverständlicher Teil des gemeinsamen „Wir“ wahrgenommen.
„Wir haben viel beizutragen und wir sollten es auch selbstbewusst tun.“
Für ihn steht fest: Eine inklusive Zivilgesellschaft kann nur dann gelingen, wenn alle Menschen das Gefühl haben, gleichermaßen gehört, gesehen und eingebunden zu sein. Und genau daran möchte Heider mit seiner Arbeit und seinem Engagement weiter mitwirken.